Future Money

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Nach getaner Arbeit entspannt in der Sonne zu liegen, und das für den Rest seines Lebens. Das ist die Vorstellung vieler Arbeitnehmer*innen, doch die Realität sieht oft anders aus. Schon heute sind die Renten niedriger, als je zuvor. Altersarmut bedroht auch diejenigen, die ihr gesamtes Leben lang gearbeitet haben.

Auf die gesetzliche Rentenversicherung allein sollte sich keiner mehr verlassen. Wir möchten dir einen Überblick darüber verschaffen, wie du schon jetzt sinnvoll fürs Alter vorsorgen kannst. 

Warum braucht es eine Rentenvorsorge?

Fakt ist: Das Niveau der gesetzlichen Rente fällt von Jahr zu Jahr. Konnte man in den 1990ern noch mit 55% des durchschnittlichen Jahresentgelts rechnen, sind es heute schon lediglich 48%. Aktuell wird prognostiziert, dass Renteneinsteiger*innen im Jahr 2032 nur noch mit 45% ihres Durchschnittsverdienstes auskommen müssen. Und was ist mit den heute 30-Jährigen? Es ist nicht möglich, genau vorauszusehen, wie sich die Renten entwickeln werden. Aber wie bereits gesagt, in den letzten 30 Jahren sind sie immer weiter gefallen. 

Private Vorsorge: Für Frauen unerlässlich

Laut einer Studie des OECD ist die sogenannte Gender Pension Gap, also die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern, in Deutschland besonders groß. Das bedeutet, dass Frauen im Vergleich zu Männern im Alter deutlich weniger Geld zur Verfügung haben, und zwar aktuell ganze 46 Prozent weniger. Damit belegt Deutschland in der Studie den letzten Platz. Im Schnitt beträgt die Lücke in allen OECD-Ländern immer noch sagenhaft hohe 25 Prozent. Dass es auch anders geht, zeigt Estland. Dort beträgt die Lücke lediglich zwei Prozent. 

Die niedrigeren Renten für Frauen sind auf verschiedene Mechanismen zurückzuführen. Frauen arbeiten in Deutschland viel häufiger in Teilzeit, als Männer, oft als Konsequenz der Kinderbetreuung, für die Frauen, häufiger als Männer, auch einige Jahre ganz aus dem Berufsleben ausscheiden. Damit zahlen sie über die Jahre auch weniger in die Rentenkasse ein. Ein gesetzlich verankertes Rückkehrrecht in eine Vollzeittätigkeit gibt es erst seit 2019, doch das Recht allein, scheint keine große Wirkung zu haben.

Zudem beträgt die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern immer noch satte 21%. Im Schnitt zahlen Frauen also aus vielfältigen Gründen weniger in die Rentenversicherung ein, als Männer. Und das schlägt sich auf den späteren Rentenanspruch nieder. Gerade deshalb sollten besonders wir Frauen frühzeitig an eine private Vorsorge denken, damit wir nach Jahrzehnten teils unbezahlter Arbeit am Ende nicht im Regen stehen. 

Welche Punkte müssen bei der eigenen Rentenvorsorge beachtet werden?

Je jünger du bist, desto schneller kannst du gegensteuern. Es gibt Rentenrechner, die basierend auf deinem aktuellen Nettoverdienst die geschätzte Höhe deiner zukünftigen gesetzlichen Rente berechnen. Doch der Rechner zeigt in den meisten Fällen eher ein ernüchterndes Ergebnis. Genau deshalb ist es wichtig, sich nicht nur auf eine Absicherung zu verlassen. Die Rentenvorsorge hat nicht umsonst drei Säulen! 

Die 3 Säulen der Rentenvorsorge

Weil die Auszahlung aus der Gesetzlichen Rentenversicherung alleine häufig niedriger ausfällt, als man sie sich vorstellt, gibt es mehrere Möglichkeiten zum Aufbessern der späteren Rente. Diese werden in drei Säulen unterteilt. 

Säule 1: Die Basisvorsorge

Zur ersten Säule zählen die gesetzliche Rentenversicherung, aber auch die Rürup-Rente, auch Basisrente genannt. Für bestimmte freie Berufsgruppen gibt es zudem eigene Versorgungswerke, an die ebenfalls verpflichtend gezahlt wird. 

All diese Beiträge haben eines gemeinsam: Sie gehören zu den Sonderausgaben für die Basisvorsorge und können ganz oder zu einem Großteil steuerlich geltend gemacht werden. 

Säule 2: Geförderte Vorsorge

Die zweite Säule bilden die geförderten Vorsorgeverträge, wie etwa die Riester-Rente, oder die betriebliche Altersvorsorge. Diese Formen der Vorsorge werden durch Zuzahlungen staatlich gefördert.

Außerdem können die Beiträge zusätzlich von der Steuer abgesetzt werden. Bei der betrieblichen Altersvorsorge kommt noch hinzu, dass Arbeitgeber*innen die Beiträge bezuschussen müssen. Einen Nachteil hat das Ganze: Die spätere Rente muss versteuert werden. 

Säule 3: Private Vorsorge

Die dritte Säule bilden alle möglichen Vorsorgeverträge, die keine staatliche Förderung genießen. Hierzu gehören beispielsweise private Rentenversicherungen oder Lebensversicherungen. Das besondere hierbei ist, dass die Beträge für die Privatvorsorge vom eigenen Nettolohn bezahlt werden, wodurch man keine Steuern auf etwaige Zins- oder Dividendenerträge mehr bezahlen muss. Von der zukünftigen Rente muss dann nur noch der Ertragsanteil versteuert werden, die Höhe dessen wird im Einkommensteuergesetz geregelt

Private Vorsorge: Rentenlücke schließen

Wer befürchtet, dass seine Rente in der Zukunft nicht reicht, für den ist die Privatvorsorge eine gute Möglichkeit seine Rentenlücke zu schließen. Je früher du dich mit verschiedenen Möglichkeiten beschäftigst und einen Sparplan auf die Beine stellst, mit desto mehr Geld kannst du im Alter rechnen.

Abgesehen von den in Säule 3 verankerten privaten Vorsorgeplänen, solltest du aber auch Sparpläne nicht außen vor lassen, wie zum Beispiel auf Aktien-Index-Fonds basierende ETF-Sparpläne. Wir möchten dir heute einen Überblick darüber verschaffen, wie du deine Altersvorsorge am besten aufstellst!

Der Weg zur passenden Altersvorsorge

Gesetzliche Rente

Versichert bei der Deutschen Rentenversicherung ist jede*r sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer*in. Der Beitrag beträgt 18,6% des Bruttogehalts. Die gesetzliche Rente funktioniert über das Umlageverfahren, das bedeutet, dass deine heutigen Beiträge die Renten heutiger Rentner*innen finanziert. 

Vorteile: Alle sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer*innen zahlen automatisch ein, gesicherte Auszahlung im Alter

Nachteile: Immer niedrigere Auszahlungen, Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung allein reicht heute schon häufig nicht mehr zum Leben

Die Geldanlage

Neben der klassischen Altersvorsorge über eine Versicherung, gibt es auch die Möglichkeit eigenständig Vermögen aufzubauen, zum Beispiel in Form einer Geldanlage. Sehr vereinfacht gesagt bedeutet das, Geld zur Seite zu legen und es sich vermehren zu lassen, zum Beispiel auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto.

Diese Formen der Geldanlage sind relativ sicher, allerdings bringen sie selten eine gute Rendite mit sich. Damit sich die Anlage fürs Alter lohnt, solltest du dich daher nach profitableren Alternativen umsehen, zum Beispiel Aktienfonds oder sogenannten ETFs (Exchange Traded Funds), also Aktien-Index-Fonds

Sind ETFs eine gute Altersvorsorge? 

Eine Geldanlage in sogenannten aktiven Aktienfonds lockt zwar mit einer höheren Rendite, ist aber mit dem Risiko verbunden, dass Kurse fallen und die Anlage Verluste einbringt. Hier bilden ETFs einen relativ sicheren Mittelweg, insbesondere dann, wenn Geld auf lange Zeit in ETFs investiert wird. Denn ETFs sind einerseits deutlich günstiger, als aktive Aktienfonds, bei denen einzelne Aktien von Hand zusammengestellt werden, andererseits auch viel breiter aufgestellt. Das bedeutet, dass mit deinem Geld an der Börse nicht “gezockt” wird, um eine möglichst hohe Rendite zu erzielen, sondern die Rendite des Index angepeilt wird. Das hat den Nachteil, dass die Rendite eines ETFs im Vergleich zu aktiven Aktienfonds niedriger ausfällt, das Risiko großer Verluste sinkt jedoch ebenfalls. In der Regel verliert man in ETFs kein Geld, weil diese Indexfonds so breit aufgestellt sind, dass wenn irgendwo eine Aktie stark fällt, eine andere dafür an Wert zulegt. 

Vorteile: Relativ sichere und günstige Methode zum Vermögensaufbau

Nachteile: Rendite ist nicht garantiert; trotz sehr niedrigem Risiko kann auch ein ETF Verluste einbringen; keine staatliche Förderung, wie bei Riester oder Rürup

Betriebsrente

Die Betriebsrente oder betriebliche Altersvorsorge (bAV) bezeichnet den Aufbau einer Zusatzrente direkt über deine*n Arbeitgeber*in. In dieser Form der Altersvorsorge werden neben der Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung auch Beiträge an eine Zusatzversicherung bezahlt, entweder vom Chef alleine (arbeitgeberfinanzierte bAV) oder durch Entgeltumwandlung. In diesem Fall steckst du Teile deines Bruttoentgelts in eine günstige Rentenversicherung und dein*e Chef*in setzt einen Zuschuss von 15% obendrauf. 

Vorteile: Zusätzliche Absicherung im Alter, bei arbeitgeberfinanzierter bAV sogar ohne Eigenbeteiligung; spart Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, da sie auf das Gehalt nach Abzug der bAV Beiträge angerechnet werden

Nachteile: Auf die Betriebsrente fallen später Steuern und Sozialabgaben an; nicht sinnvoll bei häufigen Arbeitsplatzwechseln, da du mindestens 3 Jahre in einem Unternehmen arbeiten musst, um Anspruch auf Betriebsrente zu erhalten

Staatlich geförderte Vorsorge

Riester-Rente

Riester-Verträge sind staatlich bezuschusste Vorsorgepläne, die prinzipiell von jedem sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigen abgeschlossen werden können. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen auch Selbstständige und freie Berufsgruppen “riestern”. Neben einer staatlichen Grundzulage von 175 Euro pro Jahr gibt es Zulagen für Kinder (pro vor 2008 geborenes Kind kommen nochmal 185 Euro obendrauf, für jedes Kind, das nach 2008 geboren wurde, sogar ganze 300 Euro) sowie Steuererleichterungen für Riester-Sparer*innen. Somit können Gutverdiener*innen bis zu 2.100 Euro pro Jahr steuerlich absetzen, jeglicher geldwerter Steuervorteil wird dann mit den Zulagen verrechnet. 

Vorteile: Zusätzliche Absicherung im Alter; lohnt sich wegen Zulagen besonders für kinderreiche Familien, und wegen der Steuervorteile besonders für Gutverdiener*innen

Nachteile: Die Riester-Rente muss bei Auszahlung versteuert werden; Riester-Anbieter*innen gehen von hoher Lebenserwartung aus, deshalb lohnt sich Einzahlung besonders, wenn du dein hohes Alter erreichst

Rürup-Rente

Ein Rürup-Vertrag, auch Basisrente genannt, ist ein zur ersten Säule, also der Basisversorgung, zählender Vorsorgevertrag. Das Prinzip Rürup war ursprünglich für Selbstständige und Unternehmer*innen gedacht, die keiner Pflichtversicherung, wie etwa der gesetzlichen Rentenversicherung, angehören. Doch auch gutverdienende sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer*innen können mit einem Rürup-Vertrag ihre zukünftige Rente aufstocken. Ein Rürup-Vertrag ist mit Steuervorteilen verbunden, bis zu 24.300 Euro kannst du jährlich als Vorsorgeaufwendungen geltend machen. 

Vorteile: garantiert eine Grundrente für Menschen, die kein Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung sein wollen oder können; bringt Steuervorteile

Nachteile: bis auf Steuervorteile keine staatlichen Zulagen; Rürup-Verträge lassen sich in der Regel nicht kündigen, lediglich auf beitragsfrei umstellen; können nur als Rente in Raten ausgezahlt werden; solltest du vor Renteneintritt sterben kann dein in den Rürup-Vertrag eingezahltes Geld in der Regel nicht vererbt werden

Es gibt natürlich noch viele weitere Möglichkeiten, um optimal fürs Alter vorzusorgen. Dazu gehören zum Beispiel Wohneigentum und Lebensversicherungen. Darauf gehen wir in Kürze in kommenden Magazin-Beiträgen ein.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, diesen Beitrag zu lesen. Wir sind hier, um dich so gut es geht in dieser schweren Zeit zu unterstützen. Hast du Fragen oder Anregungen? Wir sind für dich da. Schreib uns einfach!

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