Kurzarbeitergeld schnell erklärt

Kurzarbeitergeld schnell erklärt

Zurzeit müssen viele Unternehmen ihre Produktion herunterfahren oder sind gezwungen die Türen komplett zu schließen. Das führt dazu, dass die Einnahmen fehlen, um die Löhne und Gehälter bezahlen zu können. In diesem Fall hilft der Bund und übernimmt einen Teil diese Zahlungen.

Was ist Kurzarbeitergeld?

Das Kurzarbeitergeld ist eine Möglichkeit, über eingesparte Lohnzahlungen und Sozialversicherungsbeiträge, Kündigungen zu vermeiden und den Arbeits- bzw. Verdienstausfall der Angestellten auszugleichen. 

Vorteile für Arbeitnehmer, Arbeitnehmerinnen und Arbeitgeber:

  • (reduziertes) Gehalt
  • kein Jobverlust
  • Unternehmen können die Krise einfacher überwinden und schneller die Produktivität wieder steigern

Das Wichtigste zum Kurzarbeitergeld

  • Die neuen Regelungen treten rückwirkend zum 01.03.20 in Kraft. Hier findest du die offizielle Mitteilung der Bundesregierung.
  • Die Höhe des Kurzarbeitergeldes liegt bei 60 % des Netto-Gehalts. Hast du ein Kind, das in deinem Haushalt lebt, erhöht sich der Betrag auf 67 %. Da die Kosten von der Agentur für Arbeit übernommen werden, stocken in manchen Fällen die Arbeitgeber der Betroffenen zusätzlich auf 80 bis 100 % auf.
  • Die mögliche Dauer des Kurzarbeitergeldes liegt momentan bei maximal 12 Monaten, soll aber auf 24 Monate erhöht werden.
  • Das Kurzarbeitergeld ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt.

Beispiel:

Du verdienst beispielsweise 1.600 Euro netto monatlich und bist zu 100 % von Kurzarbeit betroffen, bekommst du nur noch 60 % davon – in diesem Fall 960,00 Euro. Arbeitest du beispielsweise zu 50 % weiter, erhältst du dafür 800 Euro (regulärer Lohn) + 480,00 Euro (60 %). Insgesamt also 1280,00 Euro.

Welche Berufstätigen können dieses Angebot nutzen?

Die Regelung gilt leider nicht für Minijobber und auch nicht für Selbstständige, sondern ausschließlich für sozialversicherungspflichtig Angestellte. Dazu zählst du aber auch als Leiharbeitnehmer, genauso wie als befristet Angestellter.

Tipp: Droht dir aufgrund von zu wenig oder keiner Arbeit eine Entlassung, solltest du unbedingt mit deinem Arbeitgeber über diese Lösungsmöglichkeit sprechen. Du kannst natürlich auch anbieten, dass du zunächst Überstunden abbaust oder den Resturlaub aus dem vergangenen Jahr aufbrauchst. Deinen Urlaub für dieses Jahr brauchst du nicht einsetzen und du musst auch nicht erst Minusstunden aufbauen. Das Kurzarbeitergeld kann beides verhindern. Vielleicht kannst du auch übergangsweise in einer anderen Abteilung eingesetzt werden, in der ein höherer Bedarf besteht.

Hilfe: Was tun, wenn das Kurzarbeitergeld nicht ausreicht?

Wie das obige Rechenbeispiel zeigt, kann die aktuelle Situation besonders für Geringverdiener, Teilzeitangestellte oder Berufseinsteiger zur Herausforderung werden. Was kannst du also tun, wenn das Kurzarbeitergeld einfach zu niedrig ist, um davon über die Runden zu kommen?

Aufstocken mit Arbeitslosengeld II (ALG II)

Auch hier wurden für den Zeitraum von sechs Monaten ab dem 01.04.2020 einige Dinge vereinfacht: So entfällt die Vermögensprüfung und die Ausgaben für Wohnung und Heizung werden in tatsächlicher Höhe gezahlt; der Anspruch auf Angemessenheit des Wohnraums spielt also in diesem Zeitraum keine Rolle.

Notfall-Kinderzuschlag für Familien mit Kindern

Ab 01.04.20 können Familien mit geringem Einkommen einen Kinderzuschlag zum Kindergeld erhalten. Dieser kann sich auf bis zu 185 Euro pro Kind und Monat belaufen. Die Bewilligung richtet sich nach Höhe des Einkommens, Wohnkosten, Familiengröße etc. Die Unterstützung kann auch online beantragt werden.

Zuverdienst: Nebenjob während Kurzarbeit

Nimmst du, während dein eigentlicher Job auf Kurzarbeit läuft, einen weiteren Nebenjob an, wird das Geld in der Regel gegengerechnet. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Bist du mit deinem neuen Job in einem systemrelevanten Bereich tätig (z.B. Logistik, Landwirtschaft, Krankenhaus), darf das zusätzliche Gehalt den Verlust ausgleichen. Diese gesetzliche Entscheidung ist bis zum 31.10.2020 befristet.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, diesen Beitrag zu lesen. Wir sind hier, um dich so gut es geht in dieser schweren Zeit zu unterstützen. Hast du Fragen oder Anregungen? Wir sind für dich da. Schreib uns einfach!

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